Wie funktioniert die Börse?

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Wie funktioniert die Börse? In diesem Beitrag werde ich darstellen, wie die Börse entstanden ist und wie sie funktioniert.

„Es ist besser, einen Tag im Monat über sein Geld nachzudenken, als einen ganzen Monat dafür zu arbeiten.“

John Davison Rockefeller

Glückwunsch, du bist auf dem richtigen Weg. Du beschäftigst dich mit dem Thema, wie Geld und Vermögensaufbau funktioniert. Andere Menschen setzen ihre Zeit dafür ein, um jeden Tag zur Arbeit zu gehen. Manche tun alles, um die Karriereleiter hochzuklettern  und somit mehr Geld zu verdienen. Aber was passiert, wenn das Geld verdient wurde? Da hört es wohl bei den meisten auf. Dabei wird in Deutschland das Arbeitseinkommen gegenüber Kapitalanlagen wie Aktien weniger privilegiert behandelt. Auf Einnahmen aus Dividenden bezahlst du lediglich 25 % Abgeltungssteuer, auf Einkommen bis zu 45 % Einkommensteuer und Sozialabgaben. Veräußerungserlöse aus Immobilien sind nach der Haltefrist von 10 Jahren sogar steuerfrei – jedenfalls bis zu drei Immobilien, die in fünf Jahren verkauft werden. Edelmetalle und Fremdwährungssgeschäfte sind nach einem Jahr steuerfrei. Deswegen lohnt es sich, diesen Weg weiter zu beschreiten. Investiere in deine finanzielle Ausbildung und trainiere deinen Geldmuskel.  Mit der Zeit kannst du dein Know-how einsetzen und damit Geld verdienen. Allerdings hat auch das seinen Preis. Wie bei einer neuen Sportart und beim abnehmen geht es auch beim Investieren darum, ausdauernd zu sein und nicht bei den ersten Verlusten aufzugeben.

„Investiere beim Goldrausch nicht in die Goldgräber, sondern in die Schaufeln“.

Andre Kostelany

Soviel zum Thema Mindset! Jetzt widmen wir uns dem Thema “Wie funktioniert die Börse?”

Wie funktioniert die Börse – Die Entstehungsgeschichte

Alles begann mit der Banca di San Giorgio in Genua. Gegründet wurde die Bank 1407 und mischte in den verschiedensten Geschäften mit. Die Bank unterhielt sogar eine eigene Armee und ihr gehörte die Insel Korsika.  Diese Umstände  führten dazu, dass die Bank einen hohen Finanzierungsbedarf hatte, um die Söldner zu bezahlen und die Ländereien zu bewirtschaften. 1419 entschied man sich, keine Zinsen an die Gläubiger zu zahlen, sondern sie stattdessen an den Gewinnen teilhaben zu lassen. Sie verkauften die Unternehmensanteile in Brügge, wo die erste Börse Europas im Jahr 1409 entstanden ist. Es war aber keine moderne Börse wie heute, bei denen die Anteile frei übertragbar waren. Man musste die Anteile erst dem Unternehmen zurückgeben, um sie dann wieder zu übertragen. Brügge war damals eine außerordentliche Handelsstadt und mit dem Meer verbunden. Allerdings versiegte diese Anbindung und Brügge wurde als Handelsstandort uninteressant. Im Jahre 1460 entstand die Antwerpener Börse, die im 15 Jahrhundert den Mittelpunkt des Handels darstellte.

Im Jahr 1602 gab die niederländische V.O.C. (Vereinigte indische Handelskompanie) die ersten Aktien aus. Es waren die ersten Aktien, die über die Börse gehandelt wurden, ohne dass sie dem Unternehmen wie in Brügge zurückgegeben werden mussten. Heute gibt es die Gesellschaft nicht mehr, aber eine Aktie davon befindet sich in einer privaten Sammlung und ist heute die teuerste Aktie der Welt.

Wie funktioniert die Börse – Börsenhandel

Wie funktioniert die Börse? Im Grunde wie ein Marktplatz. Es gibt auf der einen Seite Verkäufer, die ihre Aktien loswerden wollen. Sie spekulieren darauf, dass die Kurse fallen oder haben sich ein interessanteres Investment ausgemacht. Auf der anderen Seite gibt es Käufer, die auf steigende Kurse spekulieren. Da alle Verkäufer und Käufer unterschiedliche Vorstellungen von dem Verkaufs- oder Kaufpreis haben, muss ein Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage gefunden werden. Ein Makler erhält die verschiedenen Kauf- und Verkaufsaufträge und errechnet, zu welchem Kurs die meisten Transaktionen getätigt werden können. Das ist der Aktienkurs. Heute stehen keine Makler mehr auf dem Parkett und schreien sich an. Es werden elektronische Order (Kauf/ Verkaufsaufträge) in das Orderbuch eingetragen, danach wird der Kurs elektronisch  berechnet. Für Privatinvestoren ist es nicht möglich, Preise in das Orderbuch einzutragen. Dies ist nur über einen Broker machbar. Heute sehr beliebt sind Onlinebroker wie Felt Ex oder Ing Diba. Wie du Aktien kaufst, habe ich in diesem Blogartikel Aktien für Anfänger beschrieben.

Wie funktioniert die Börse – Berechnung des Kurses

Das Orderbuch wird in zwei unterschiedliche Bereiche eingeteilt. Auf der einen Seite sind die Käufer, die auch als Geld oder Bid bezeichnet werden. Auf der anderen Seite sind die Verkäufer, die auch Brief oder Ask genannt werden. Es ist möglich, die Order ohne Limit oder billigste zu senden, dann hat man eine garantierte Ausführung, egal zu welchem Kurs. Ist das schlau? Bei großen DAX-Unternehmen wird der Kurs nicht groß abweichen, aber umso illiquider der Markt und umso kleiner die Unternehmer, umso größer können die Order abweichen. Wenn du beispielsweise für 60 € kaufen willst, ohne Limit abgibst und das billigste 70 € ist, wird die Order trotzdem ausgeführt.

Wie funktioniert die Börse genau? Ich verdeutliche es anhand eines Orderbuches:

Verkaufs und Kauforder BörseVerkaufsorder Kauforder Umsatz

 

Wie man sieht, würden zwar alle zu einem Preis von 59 € kaufen, aber nur der mit der Order ohne Limit würde verkaufen. Wohingegen bei einem Preis von 65 € alle bereit wären, zu verkaufen. Es ist jedoch nur der ohne Limit bereit zum Kauf. Die Limits sind also wichtig, um den Preis zu bestimmen. Die Order wird immer dann ausgeführt, wo die höchste Zahl an Käufen und Verkäufen abgewickelt werden kann. In diesem Fall werden 1500 Aktien an die Gruppe gehen, die bereit ist, zu 60 € zu verkaufen und 3500 € an die ohne Limit. Es kann natürlich sein, dass nicht alle Käufer wie in diesem Fall bei diesem Preis eine Zuteilung bekommen. Da permanent wie im DAX Kurse errechnet werden, ist eine Zuteilung irgendwann sehr wahrscheinlich.

Ab und an liest man in den Portalen oder Zeitungen die Begriffe Geld und Briefkurs. Dabei handelt es sich um das höchste Gebot auf der „Geld-Seite“ und um das niedrigste Gebot auf der „Brief-Seite“

Wie funktioniert die Börse – Börsenplätze

Es gibt in Deutschland sieben regionale Börsenplätze. Die wichtigsten habe ich hier aufgeführt. Die Order kann auf verschiedenen Börsenplätzen ausgeführt werden.

Börsenplatz Frankfurt

Die Frankfurter Börse ist die wichtigste Börse in Deutschland und einer der größten Wertpapierbörsen der Welt. Der Inhaber der Börse Frankfurt ist die Deutsche Börse AG und die Börse Frankfurt Zertifikate AG. Die Handelszeiten am Handelsplatz Xetra sind  09:00 – 17:30 Uhr und am Handelsplatz Börse Frankfurt von 08:00 – 20:00 Uhr.  Xetra ist ein automatisches Handelssystem, das 1997 eingeführt wurde. Es wickelt die Kauf- und Verkaufsaufträge elektronisch ab.

Börsenplatz Stuttgart

Die Börse Stuttgart ist der zweitgrößte Handelsplatz in Deutschland. Mit der Euwax Plattform können Derivate, Hebelprodukte und andere exotische Produkte gehandelt werden. Auch für ausländische Anleihen und Aktien ist die Börse Stuttgart sehr beliebt.

Wie funktioniert die Börse – Direkthandel

Es ist nicht zwingend notwendig, Aktien über die Börse zu veräußern. Es gibt einen außerbörslichen Handel. Der Vorteil ist dabei, dass die Börsengebühren wegfallen und der Handel auch länger als zu den üblichen Börsenzeiten möglich ist. Der zweite Vorteil ist, dass der Handel sofort ausgeführt wird. Im Backend der Depots kann einfach statt dem Börsenplatz das Feld Direkthandel oder direct order angewählt werden.

Wie funktioniert die Börse – DAX, MDAX und Co.

Der DAX (Deutscher Aktien Index)  ist ein Index und bildet die 30 größten Unternehmen nach Marktkapitalisierung ab. Er gilt als nationaler und internationaler Leitindex  für die deutsche Wirtschaft. Der MDAX erfasst die sich anschließenden 50 Werte an den Dax. Im TecDax, der 2003 eingeführt wurde, nachdem der Nemax 50 aufgrund von Bilanzfälschung und der New Econemy Krise in Verruf geraten ist. Der Tec DAX fasst 30 der 35 größten Technologieunternehmen nach Marktkapitalisierung zusammen.

Marktkapitalisierung ist die Anzahl aller im Umlauf befindlichen Aktien mal dem aktuellen Kurs. Der EuroStoxx 50, der die größten 50 Unternehmen der Eurozone zusammenfasst oder der S&P 500 (Standard und Poor 500) ist der weltweit wichtigste Index, da er die größten 500 Unternehmen in den USA beinhaltet. In diese Indizies und damit die wertvollsten Unternehmen der jeweiligen Ökonomien kann man über ETF (Exchange Traded Funds) partizipieren. Es sind besonders günstige Fonds, die passiv investieren und den jeweiligen Index abbilden. Mehr zu dem Thema ETF findest du in dem Blogartikel Aktien für Anfänger.

Wie funktioniert die Börse – ISIN und WKN

Die WKN, die auch Wertpapier-Kennnummer genannt wird, bezeichnet in Deutschland gehandelte und zugelassene Wertpapier mit einer sechsstelligen Nummer. Der weltweite Standard ist die  ISIN, die sogenannte International Securities Identification Number. Die Wertpapierkennnummern erlauben eine eindeutige Identifizierung und dürfen nur einmal vergeben werden.

Die Aktie der Münchener Rück hat die WKN: 843002 und die ISIN DE0008430026, wobei die ersten beiden Buchstaben das Länderkürzel sind.

Wie funktioniert die Börse – Fazit

Mit der Wahrscheinlichkeitsrechnung ist es nicht möglich, Kurse vorauszusagen. Es gibt viele Faktoren, die den Aktienkurs an der Börse beeinflussen. Dies können fundamentale Ereignisse sein wie niedrige Zinsen, einzelne Unternehmen, die sich nicht nach den Erwartungen entwickeln oder auch Stimmungen, die sich in den Märkten aufgrund politischer Entscheidungen verändern können. Sollte ich in dieser Situation als Privatanleger Aktien kaufen? Die Antwort ist ja. Die Frage ist bloß, zu welcher Zeit und welches Unternehmen. Wenn dich das Thema Börse interessiert, empfehle ich dir meine beiden Artikel Aktien für Anfänger und wie kaufe ich eine Aktie.

Möchtest du direkt loslegen mit dem Investieren und interessierst dich für das Anlageprodukt ETF? Dann empfehle ich dir den folgenden Artikel: Was sind ETF Fonds?.

„Einer Straßenbahn und einer Aktie darf man nie nachlaufen. Nur Geduld: Die nächste kommt mit Sicherheit“

Andre Kostolany

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2 Kommentare. Hinterlasse eine Antwort

  • Vielen Dank für den Einstieg.

    Das Thema Aktien bzw. Börse ist was für Profis.

    Falls ich mich beteiligen würde, ist es mir wichtig jemanden mit Einblick und Überblick zu haben.

    Für mich sind noch kleinere Definitionseinheiten nötig.

    Der geschichtliche Hintergrund ist bedeutend zu wissen.

    Die Klugen im 15.Jhd hatten super Innovationen.

    Warum sollte es mir nicht auch gelingen dieses Marktfeld zu begreifen.

    Viel Freude weiterhin und hoffentlich bald wieder neue Infos!

    Petra

    Antworten

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