Wie du mit Gold ETF dein Vermögen sicherst

Sachwerte

„Gold ist eine sichere Anlage!“ Diesem Irrglauben sitzen auch heute noch viele Anleger auf. Gold ist ein Anlageprodukt, welches höchsten Schwankungen unterlegen ist. Gold ist also höchst spekulativ und es kommt stark auf den Einstiegszeitpunkt an, dies gilt natürlich auch für Gold ETF. Das Ausmaß der Schwankungen wird durch die zwei folgenden Grafiken verdeutlicht:

In der Grafik sehen wir in Orange den Goldpreis und in Blau die Entwicklung des Aktienmarktes. In Rot ist die Entwicklung einer Anlage mit einer Verzinsung von 2 % angegeben. Angenommen wird dabei die einmalige Anlage einer Geldsumme zu einem bestimmten Zeitpunkt. Wer im November 2008 Gold gekauft hat und es im November 2011 wieder verkauft hat, konnte sich über satte Gewinne freuen. In dieser Zeitspanne stieg Gold um einiges stärker an als der Markt oder gar eine feste Verzinsung von 2 %. Wer allerdings im November 2011 kaufte, hat bis zum jetzigen Zeitpunkt eine stark negative Rendite, die weit unterhalb der Rendite einer 2 % Verzinsung liegt.

Wieso hält sich das Gerücht der „sicheren“ Anlageklasse Gold?

Ein möglicher Grund ist der bis 1931 in Deutschland gültige Goldstandard. Dieser besagte, dass das ausgegebene Papier- und Münzgeld in seiner Höhe bei den Banken als Gold hinterlegt sein musste. Papiergeld war somit nur Stellvertreter der hinterlegten Goldreserven. Dieses System brach in den USA erst 1933 zusammen. Bis zu diesem Zeitpunkt stand auf den 100 $ Noten, dass diese ebenfalls gegen eine Unze Gold einzutauschen seien. Im Anschluss daran wurde international das Bretton-Woods-System eingeführt. Dieses wurde durch den teilweise in Gold hinterlegten US-Dollar bestimmt. 1971 wurde die Bindung des US-Dollars an Gold allerdings durch Präsident Nixon aufgehoben.  Das Vertrauen in das System war durch ständige Handelsbilanzdefizite der Vereinigten Staaten und dem damit einhergehendem Drucken von Geld nicht mehr gegeben. Im Jahr 1973 kam es zu einer kompletten Ablösung.

Dennoch ist Gold trotz des hohen Risikos eines der beliebtesten Anlageprodukte der Deutschen. Bis 2014 besaßen die Bürger Gold im Wert von durchschnittlich 1.993 €. Vergleichen wir dies mit der Geldanlage in Wertpapiere, wo der durchschnittliche Deutsche lediglich 565 € (gemäß Statista) investiert hat, scheint Gold fast vier mal so beliebt zu sein wie Wertpapiere. Gold war bereits in der Antike ein begehrtes Tauschmittel und konnte gegen Waren und Dienstleistungen getauscht werden. Betrachten wir die historische Entwicklung des Goldpreises, wird uns der konstante Anstieg auffallen. Somit ist das Edelmetall auch heute noch eine lohnenswerte Anlagemöglichkeit. Hier stellt sich vielen Anlegern besonders die Frage, wie sie am Besten in Gold investieren können. Eines der neuesten Anlageprodukte, das sich immer größerer Beliebtheit erfreut, sind ETFs. Vielleicht stellst du dir die Frage, ob es einen Gold ETF gibt. In diesem Artikel gehe ich auf die Möglichkeiten der Geldanlage in das Edelmetall Gold genauer ein. Gleichzeitig werde ich die Problematik des Gold ETF in Deutschland aufgreifen und Alternativen anbieten.

Gold ETF oder ETC?

Nun habe ich bereits vom Gold ETF gesprochen. Gleichzeitig gibt es auch den Begriff des Gold ETC. Worum geht es tatsächlich? Um Gold ETFs oder Gold ETCs? Um diese Frage aufzuklären, möchte ich am Anfang näher auf die Begrifflichkeiten eingehen. Gerade auch, weil diese Begriffe mehr oder weniger gleichbedeutend verwendet werden, wenn über diese Anlageform gesprochen wird.

ETF

ETF steht für „Exchange Traded Fund“. Dies ist, wie ein ETC auch, ein passives Anlageprodukt. Im Gegensatz zu einem aktiv verwalteten Fonds, wo die Verwalter nach Unternehmen suchen, die eine überdurchschnittliche Rendite erwirtschaften können, verfolgt ein ETF lediglich die Marktentwicklung und kauft Unternehmen entsprechend der Gewichtung eines ausgewählten Indizes. Damit ist es möglich, die Rendite eines Index wie dem Dax abzubilden. Wenn du genau wissen möchtest, was hinter dem Anlageprodukt ETF steckt, kann ich dir diesen Artikel sehr empfehlen: „Was sind ETF Fonds – Eine Blackbox die es in sich hat“.

ETC

ETC steht für „Exchange-traded Commodity“. Hier geht es um den Handel von Rohstoffen und Edelmetallen, wobei das nicht zwangsweise wörtlich zu nehmen ist. Wer einen ETC auf Weizen kauft, muss sich keine Sorgen machen, dass ihm irgendwann zwei Zentner Weizen vor die Tür gestellt werden. Vielmehr geht es um Schuldverschreibungen des Emittenten.

Eine Anleihe ist eine Schuldverschreibung von Unternehmen, Körperschaften, Staaten oder anderen Institutionen. Diese Schuldverschreibung ist ein Zahlungsversprechens des Herausgebers zur Zahlung einer Geldsumme in der Zukunft. Optional kann die zusätzliche Zahlung eines Basiszinses, also eines Zinssatzes auf das investierte Kapital, vereinbart werden.

Wie funktioniert ein ETC genau?

Kaufen wir beispielsweise einen ETC auf Weizen, wird ein sogenannter Future gekauft. Dabei verpflichtet sich eine Partei, eine bestimmte Ware zu einem bestimmten Zeitpunkt zu einem bestimmten Preis zu kaufen. Ein ETC ist also zeitlich begrenzt. Die andere Partei verpflichtet sich hingegen, dazu die Ware zu liefern. Da die andere Partei in der Regel Investoren darstellen, die diese Ware nicht besitzen, müssen die bestehenden Futures mit bald endender Laufzeit verkauft und neue Futures mit längerer Laufzeit gekauft werden. Dieser Vorgang wird als Rollen bezeichnet. Beim Rollen können sogenannte Rollverluste (Contango) und Rollgewinne (Backwardation) entstehen. Dies geschieht durch Unterschiede im Verkaufspreis der bestehenden Futures und dem Kaufpreis der neuen Futures.

Angenommen, du kaufst einen Future zur Lieferung von Weizen in zwei Monaten zum Preis von 100 €. Du erwirbst damit das Lieferversprechen eines Landwirtes, dir in der Zukunft Weizen im Wert von 100 € zu liefern. Nun laufen diese zwei Monate ab und du musst deinen Future Rollen. Sollte sich der Markt für Weizen derartig verändert haben, dass Anleger von steigenden Weizenpreisen ausgehen, wirst du für die neuen Futures mehr Geld ausgeben müssen als für deine bereits vorhandenen Futures. Du müsstest also beispielsweise 110 € für deinen Future zahlen. In dem Fall hättest du Rollverluste (Contango) erlitten. Würden die Anleger allerdings von fallenden Weizenpreisen ausgehen und die neuen Futures sind zu einem Preis von 90 € zu erhalten, würdest du Rollgewinne (Backwardation) erzielen. Ursprünglich dienten Futures der Preisabsicherung von erzeugenden Parteien.

Beispiel

Nehmen wir als Beispiel wieder den Landwirt. Wenn er Weizen am Markt verkauft, erhält er Rückflüsse, die er dann weiter nutzen kann um Rücklagen zu bilden und neues Saatgut zu kaufen. Er weiß allerdings nicht, wie das nächste Jahr laufen wird. Wird der Weizenpreis steigen oder wird er sinken? Dies stellt eine Planungsunsicherheit dar, die zu finanziellen Problemen führen kann. Hier kommen nun die Futures ins Spiel. Der Landwirt gibt damit zum Preis von heute ein Lieferversprechen in der Zukunft aus. Damit weiß er, dass er seinen Weizen in beispielsweise zwei Jahren zum Preis von heute verkaufen kann. Er gewinnt somit Planungssicherheit.

Futures auf Gold stehen über die EUREX Terminbörse auf XETRA Gold und auf dem Londoner Goldmarkt zur Verfügung. Bei dem letzteren Future erwirbt man einen Lieferanspruch auf 100 Feinunzen mit einer Laufzeit von 36 Monaten. Dabei besteht allerdings kein Anspruch auf eine tatsächliche Lieferung des Edelmetalls, da statt der Lieferung ein Barausgleich vorgesehen ist. Anders verhält sich dies bei dem Future auf XETRA Gold. Ein Future bezieht sich dabei auf 1.000 g Gold. Dabei kann ein Lieferungsanspruch ausgemacht werden. Es wird klar, dass für den direkten Handel mit Futures auf Gold ein gewisses Kapital benötigt wird. So kosten 1.000 g Gold 51.296,84 € (Stand 25.04.2020) und sind somit eher für größere Anleger interessant. Es gibt allerdings auch andere Möglichkeiten, ohne die Gefahr der Rollverluste in physisch hinterlegte Goldanlagen zu investieren. Darüber erfährst du im Lauf dieses Artikels mehr.

ETC nutzen andere Möglichkeiten der Absicherung

Da sich dein Geld bei einem ETC nicht im Sondervermögen und somit außerhalb der Insolvenzmasse befindet, müssen ETC andere Möglichkeiten der Absicherung nutzen. So gibt es physisch hinterlegte ETCs und ETC die in mit Kreditsicherheiten absichern, die nicht dem Anlagegut entsprechen. Die physisch hinterlegten ETC sind in der Regel ETC auf Edelmetalle, da diese einen großen Wert in komprimierter Form enthalten. Wie teuer ein Kilogramm Gold ist, haben wir bereits gesehen. Diese physisch hinterlegten ETC kaufen also Gold in Höhe ihres Anlagevermögens und lagern dieses in der Regel bei einem Treuhänder ein. Die Swap ETC halten hingegen lediglich Kreditsicherheiten wie Wertpapiere. Als Anleger musst du selber prüfen, inwiefern deine Investition versichert ist. ETC Anbieter weisen die Absicherung immer häufiger tagesaktuell auf ihrer Webseite aus und bieten dir somit die notwendige Transparenz.

Der von vielen Menschen zitierte Gold ETF ist also in Wahrheit ein Gold ETC, zumindest in EU Ländern. Dies ist wichtig zu differenzieren.

Warum kein Gold ETF?

Obwohl ETFs und ETCs von der Sache her fast gleich sind, nämlich dass sie an der Börse wie Wertpapiere handelbar sind, besteht zwischen den beiden ein großer Unterschied. Wo ein ETF in der Regel Anteile an den von ihm nachgebildeten Index hält, handelt es sich bei einem ETC um eine Schuldverschreibung des ETC Herausgebers, beispielsweise einem Finanzinstitut. Würdest du also einen ETC auf Weizen erwerben, würde dir der ETC Herausgeber versprechen, den aktuellen Kurs für Weizen zu zahlen, sobald du den ETC veräußerst. Auch wenn ein ETC eine Schuldverschreibung darstellt, sind sie über unterschiedliche Wege versichert, um das Emittenten-Risiko für den Anleger zu minimieren: Darunter versteht man das Risiko, dass der ETC Herausgeber pleite geht.

Weitreichende rechtliche Unterschiede

Wo ein ETC mit nur einer Anlageklasse versichert werden darf, darf dies bei einem ETF nicht der Fall sein. Was bedeutet das genau? Nehmen wir als Beispiel einen Gold ETF. Der Gold ETF würde den Goldkurs nachbilden, indem er, je nach Nachfrage des ETFs, selber Gold kauft und verkauft. Ein klassischer Gold ETF hätte also genau eine Anlageklasse, in der er das Geld der Anleger versichern würde: Gold. Dies ist gemäß OGAW-Richtlinien allerdings verboten. Die OGAW-Richtlinien definieren die Anforderungen an Fonds und ihre Verwaltungsgesellschaften. Hiernach dürfen maximal 20 % (unter bestimmten Marktbedingungen 35 %) des Nettovermögens in ein Wertpapier oder eine Wertanlage investiert sein. Er muss also einigermaßen breit diversifiziert sein, um zugelassen zu werden. Gemäß den Rahmenbedingungen dieser Richtlinien darf ein Indexfonds also nicht mit ausschließlich einem Bestandteil aufgesetzt werden.

Da ETCs keine Investmentfonds sind, sondern sich eher mit Zertifikaten vergleichen lassen, sind diese Richtlinien nicht anzuwenden. Ein Gold ETC darf somit nur mit einem Bestandteil aufgesetzt werden. Aus diesem Grund darfst du als Anleger zwar in einen Gold ETC und Gold ETF investieren, ein Fondsanbieter darf diesen in Deutschland allerdings nicht auflegen. Warum schreibe ich statt „du kannst“ „du darfst“?

Da die OGAW-Richtlinien nur für Staaten der Europäischen Union gelten, sind sie nicht auf alle Staaten anzuwenden. Dementsprechend gibt es durchaus Gold ETF, die du als Anleger erwerben kannst. Dieser Gold ETF muss dann allerdings in bestimmten Ländern erworben werden. So gibt es beispielsweise in der Schweiz von der Zürcher Kantonalbank Angebote für Gold ETF und Silber ETF (ZKB Gold ETF, ZKB Silber ETF) oder in den USA (SPDR Gold Trust, iShares Silver Trust).

ZKB Gold ETF und ZKB Silber ETF

Die zwei wichtigsten Edelmetall ETFs für Anleger in Deutschland stellen die beiden ETF Fonds der Zürcher Kantonalbank dar. Lange Zeit stand für den ZKB Gold ETF (ISIN: CH0047533523) und den ZKB Silber ETF (ISIN: CH0183135976) eine Strafbesteuerung zur Diskussion, die sich für den Privatanleger äußerst negativ ausgewirkt hätte. Dabei wären Ausschüttungen in voller Höhe zuzüglich 70 % der Kurssteigerung, also der Differenz zwischen Kursstand am Jahresende zum Jahresanfang zu versteuern. Zusätzlich, ungeachtet des Wertzuwachses, wären auch bei Verlusten mindestens 6 % des letzten Rücknahmepreises am Jahresende zu versteuern gewesen.

Bei Veräußerung innerhalb eines laufenden Jahres hätte der gesamte Zwischengewinn versteuert werden müssen. Sollte dieser nicht ermittelt werden können, wären 6 % des Verkaufserlöses versteuert worden. Diese Strafbesteuerung, die auch Pauschalbesteuerung genannt wird, ist seit Oktober 2014 vom Tisch (EuGH, 09.10.2014 – C-326/12), weil es den freien Kapitalfluss zu stark eingeschränkt hätte.

Demzufolge ist es möglich, in Edelmetall ETFs der Zürcher Kantonalbank zu investieren, ohne eine Strafbesteuerung oder nachteilige steuerliche Behandlung befürchten zu müssen. Warum kann das besonders sinnvoll sein? Bei einem ETF Herausgeber liegen die Gelder der Anleger im Sondervermögen. Es ist somit explizit von einer Verpfändung ausgeschlossen. Sollte der ETF Anbieter pleite gehen, wird er nicht zur Insolvenz herangezogen. Bei einem ETC sieht dies anders aus. Hier liegt das Geld nicht im Sondervermögen. Der Herausgeber stellt lediglich eine Schuldverschreibung aus. Das bedeutet, dass er nach Ablauf einer bestimmten Zeit einen bestimmten Preis zahlen wird. Dies wurde bei der Insolvenz der Lehmann Brothers vielen Anlegern zum Verhängnis, da sämtliche Zertifikate anschließend wertlos waren.

Geringere Gefahr für Insolvenz

Zusätzlich investiert der ZKB Gold ETF sowie ZKB Silber ETF unmittelbar in das Edelmetall und schließt Tauschgeschäfte aus. Manch ein Edelmetall ETF versucht dadurch Geld zu verdienen, indem er die durch Anlegergelder gekauften Goldbarren gegen eine Gebühr verleiht. Hierbei kann es natürlich passieren, dass derjenige, der sich das Gold geliehen hat, dieses verkauft, um eine höhere Liquidität zu erzeugen. Geht dieser dann allerdings pleite, kann er seine Schulden eventuell nicht begleichen und der Fonds würde einen Verlust verbuchen müssen. Da die Zürcher Kantonalbank dies von vornherein ausschließt und lediglich durch die 0,5 % Verwaltungsgebühr Geld verdient, besteht hier eine geringere Gefahr der Insolvenz.

Das Geld liegt bei einem ETF Anbieter also sicherer als bei einem ETC Anbieter. Allerdings gibt es für ETC Anbieter verschiedene Absicherungsmethoden, um die Gelder der Kunden möglichst gut zu schützen. Bei einem Gold ETC ist es beispielsweise üblich, von den Geldern der Anleger physisches Gold zu kaufen. Er bildet den Goldkurs ab, indem er direkt in Gold investiert und dieses veräußert, sollte der Kunde seine Anteile verkaufen. Aber dennoch, obwohl das Geld der Anleger in tatsächlich physisches Gold investiert wird, ist nicht klar, ob der Insolvenzverwalter die Auszahlung der Anleger (in diesem Fall der Gläubiger) an oberster Stelle sieht. Somit sind die Gelder auch bei einem Gold ETC nicht vor einer Insolvenz sicher.

Gewinne sind nicht steuerfrei

Explizit investiert der ZKB Gold ETF Fonds in 12,5 kg Goldbarren mit einer Feinheit von 995/1000. Ein Anteil an diesem ETF entspricht dem Kauf einer Feinunze Gold. Er wird nicht aktiv verwaltet und es werden keinerlei sonstige Geschäfte getätigt, die das Vermögen des Fonds betreffen. Das Gold kann zusätzlich an die Anleger geliefert werden. Dies geschieht allerdings nur in den 12,5 kg Barren, in die der Fonds investiert. Sollte Gold in anderer Form gewünscht sein, kann dies auf Antrag, je nach Verfügbarkeit, geschehen. Hier würden allerdings sämtliche Kosten wie Prägungskosten, Lieferung, Versicherung etc. auf den Anleger umgelegt werden. Trotz des Auslieferungsanspruchs sind Gewinne, die nach einjähriger Haltefrist des ZKB Gold ETF entstehen, nicht steuerfrei.

Es ist für deutsche Anleger nicht ganz einfach, in den ZKB Gold ETF zu investieren. Viele Banken stellen sich quer und ermöglichen den Handel der Edelmetall ETFs der Zürcher Kantonalbank nicht. Du musst prüfen, ob deine Bank dies zulässt. Bei vielen Banken ist dies allerdings als Auslandsorder über den Börsenplatz Schweiz möglich. Hier können jedoch nicht unerhebliche Kosten auf dich zukommen. Prüfe im Kostenkatalog deines Brokers genau, welche Gebühren du in Kauf nehmen müsstest, um in den ETF zu investieren.

Gold als Anlageklasse

Nun weißt du, warum du einen Gold ETF nicht an deutschen, aber an ausländischen Börsen erwerben kannst. Gold als generelle Anlageklasse kann aber durchaus an deutschen Börsen gekauft werden. Gold ist, obwohl es äußerst volatil ist, nach wie vor eine gute Möglichkeit, um dein Vermögen zu sichern. Die Schwankungen eines Aktienportfolios können in gewissem Maße durch Gold abgeschwächt werden. Privatinvestoren wird dabei in der Regel ein Anteil von 10 – 15 % von Edelmetallen in ihrem Anlageportfolio empfohlen. Diese sogenannte negative Korrelation zeigt sich sehr schön in der folgenden Grafik:

Was bedeutet negative Korrelation?

Negative Korrelation bedeutet also, dass der Goldpreis nach oben geht, wenn der Aktienmarkt nach unten geht und umgekehrt. Wenn dein Portfolio Anlageklassen mit negativer Korrelation enthält, wird es deutlich geringeren Schwankungen unterliegen, weil die Kursverluste des einen durch Kursverluste des anderen bis zu einem gewissen Grad aufgefangen werden können. Woher entsteht diese negative Korrelation? Wenn der Markt boomt und Aktien hohe Renditen versprechen, investieren die Anleger gerne in diese Aktien, um am Marktwachstum teilzunehmen. Gold wird im Gegenzug weniger wertvoll, da das in Gold investierte Geld lieber liquidiert wird, um flüssige Mittel für die Investition in Unternehmensbeteiligungen zu erhalten.

Wenn sich der Markt allerdings im Abschwung befindet und die Unternehmen Probleme haben, wenden sich viele Anleger von Unternehmensbeteiligungen ab und investieren lieber in das Edelmetall Gold, wodurch der Goldpreis steigt. Wichtig ist dabei, wie die Zukunft betrachtet wird. Klassischerweise fliehen viele Anleger in Gold, wenn es zu größeren Krisen kommt und Unsicherheit über den Verlauf der Zukunft herrscht. Hierzu zählen auch Staatsschuldenkrisen und Kriege.

Weiterhin stellt sich die Frage, wie in Gold investiert werden kann. Dass eine Investition in einen Gold ETF mit dem Nachteil der fehlenden Steuerbefreiung bei einjähriger Haltefrist verbunden ist, haben wir bereits erläutert. Außerdem hast du mehr über den Vorteil der Absicherung deines Geldes, da es im Sondervermögen gehalten wird und die geringen Kosten erfahren. Es gibt darüber hinaus noch weitere Möglichkeiten, um in dieses Edelmetall zu investieren. Im Folgenden werde ich dir zusätzliche Investitionsmöglichkeiten aufzeigen.

Physisches Gold

Neben Gold ETFs ist die erste Möglichkeit, in Gold zu investieren, physisches Gold. Frei nach dem Motto „Nur Bares ist Wahres“ haben viele Anleger ihr Gold lieber in geprägter Münzform und somit ganz real in den Händen. Gold lässt sich in fast jeder Stadt bei einem Händler für Edelmetalle erwerben. Dort lässt sich beispielsweise eine Unze Krügerrand für 1.675,00 € (stand 25.04.2020) erwerben. Es lohnt sich dabei, die Preise zu vergleichen. Die Edelmetall-Händler berechnen ihre Preise auf der Grundlage der London Fixing. Dies ist der Preis, zu dem Banken und Großhändler wegen des hohen Volumens ohne nennenswerte Gebühren Gold erwerben können.

Die einzelnen Edelmetall-Händler schlagen auf diesen Wert ihre Kosten und Margen drauf, um dir anschließend den schlussendlichen Preis zu nennen. Dieser kann weit von dem Preis der London Fixing abweichen. Im Zweifelsfall kannst du das Gold gleich online kaufen, um den günstigsten Preis zu erhalten. Wichtig dabei ist: Beim Onlinekauf von physischem Gold musst du unbedingt die Versandkosten mit einbeziehen.

Nach einer Haltedauer von einem Jahr entfällt die Spekulationssteuer. Solltest du deine Kürgerränder also mit einem Gewinn von 5.000 € verkaufen, nachdem du sie länger als ein Jahr gehalten hast, musst du darauf keine Einkommenssteuer zahlen.

Gold unterliegt starken Schwankungen

Bei der Betrachtung der Preisentwicklung von physischem Gold fallen sofort die großen Schwankungen ins Auge. Häufig wird dabei außer Acht gelassen, dass es für Gold eine preisliche Untergrenze gibt, nämlich die Präge- und Schürfkosten. Goldminen und Goldverarbeiter haben einen Kostenfaktor, der sich aus der Aufbereitung des Rohgoldes in handelbare Goldmünzen oder -barren ergibt. Sobald der Goldpreis langfristig unter diese Kosten fällt, würde das Schürfen eingestellt werden, wodurch sich das Angebot an Gold verringern und der Preis nach oben getrieben werden würde.

Daraus folgt, dass sich das Schürfen wieder lohnt und Gold weiter verarbeitet wird. Kurzfristig kann der Goldpreis die Schürf- und Prägekosten unterschreiten, langfristig wird der Preis allerdings mindestens auf das Niveau dieser steigen. Es sei denn, Gold wird abgelöst. Hierbei können insbesondere digitale Währungen, die nicht beliebig vervielfältigt werden können, eine Gefahr darstellen. Das wohl bekannteste Beispiel hierfür ist Bitcoin.

Was musst du bei der Investition in physisches Gold noch beachten?

So stellt sich beispielsweise die Lagerung als großes Problem dar. Gold enthält in äußerst kompakter Form einen hohen Vermögenswert. Für einen Einbrecher würde es beispielsweise keine große Herausforderung darstellen, sich 10, 20 oder 30 Unzen Krügerrand in die Tasche zu stecken. Mit diesen 30 Unzen Krügerrand hat sich der Dieb allerdings ein Vermögen von 50.250 € (stand 25.04.2020) erbeutet. Die Lagerung zu Hause stellt also ein großes Sicherheitsrisiko dar. Die Lösung dafür könnte ein hochwertiger Safe sein, der sich in die Wand verankern lässt. Für einen sicheren Tresor musst du aber schnell mehrere tausend Euro bezahlen. Zusätzlich musst du den Tresor so wählen, dass er auch Platz für zukünftige Investitionen bietet.

Des Weiteren ist wichtig, bis zu welchem Wert der Inhalt des Tresors versichert werden kann. Bestimmte Tresore können beispielsweise bis zu 20.000 € Inhalt versichert werden, andere noch deutlich darüber hinaus. Wer also Gold im Wert von über 50.000 € in Safe lagert, dieser aber nur eine Versicherung bis 20.000 € zulässt, geht ein erhebliches Risiko ein. Nicht zu verachten ist außerdem die Statik des Gebäudes. So ist nicht immer klar, ob ein großer Tresor in einem mehrstöckigen Haus aufgestellt werden darf. Immerhin müssen die 800 kg Tresor-Masse nicht nur in den entsprechenden Stock getragen werden, sondern er stellt auch auf sehr kleinem Raum ein erhebliches Gewicht dar. Du musst also auch statische Aspekte bedenken.

Steuerlicher Nachteil

Neben dem Risiko, das eine Lagerung des Edelmetalls im Eigenheim darstellt, gibt es einen steuerlichen Nachteil zu beachten. So wird spätestens bei der Investition in Silber die Mehrwertsteuer von 19 % fällig. Auch bei einer Investition in Gold kann eine Mehrwertsteuer angesetzt werden, sobald nicht klar erkenntlich ist, dass das Hauptmerkmal des Kaufs die Investition in Gold ist. Dies ist beispielsweise bei Sammlermünzen der Fall.

Der Gesetzgeber definiert eine Goldmünze zu Anlagezwecken damit, dass sie einen Feingehalt von mindestens 900/1000 haben muss, nach dem Jahre 1800 geprägt wurde, sie im Herkunftsland als Zahlungsmittel verwendet wird und das ihr Verkaufspreis den Offenmarktwert ihres Goldgehalts  um nicht mehr als 80 % übersteigt. Wenn einer dieser Faktoren nicht zutrifft, muss der volle Mehrwertsteuersatz in Transaktionen im Inland gezahlt werden. Für die Einfuhr von Gold, dessen Hauptmerkmal nicht die Investition ist, kann ein verminderter Steuersatz von 7 % angewendet werden.

Zollfreilager als ideale Lösung

Die Lösung für all diese Probleme stellt ein Zollfreilager dar. Hier können die Edelmetalle an einem sicheren Ort eingelagert werden. Als Anleger erhältst du regelmäßig einen Depotauszug und eine Bestätigung von einem unabhängigen Gutachter, dass sich in deinem Zollfreilager genau das befindet, was sich darin befinden sollte. Ebenfalls entfällt die Mehrwertsteuer bei Erwerb und sofortiger Einlagerung des Edelmetalls in ein Zollfreilager. Du könntest dementsprechend Silber kaufen und es, ohne die 19 % Mehrwertsteuer zu zahlen, unmittelbar in einem Zollfreilager deponieren. Dieses dient als Kreditlagerung.

Das Land, in dem das Zollfreilager steht, gibt dir einen Kredit in Höhe der Mehrwertsteuer, solange sich das Edelmetall in ihm befindet. Sobald du es aus dem Zollfreilager entfernst und es beispielsweise zu dir nach Hause liefern lässt, muss die Mehrwertsteuer nachgezahlt werden. Bei einem Zollfreilager in der Schweiz wäre dies ein Betrag von 8 %, der dann bei der Einfuhr nach Deutschland von den 19 % abgerechnet werden würde.

Hier gilt es, auf die Wortwahl zu achten. Das Edelmetall muss das Zollfreilager nämlich tatsächlich physisch verlassen. Du kannst deine Edelmetalle auch innerhalb des Zollfreilagers verkaufen und musst die Mehrwertsteuer zu keinem Zeitpunkt zahlen. Somit stellt das Zollfreilager nicht nur eine gute Möglichkeit dar, um deine Edelmetalle sicher zu lagern, sondern auch, um eine Menge Steuern zu sparen.

Gold ETC

Wie oben erwähnt ist der Handel mit Gold ETFs zwar in Deutschland nicht erlaubt, gegen einen Handel mit Gold ETCs spricht allerdings nichts. Somit kannst du dein Portfolio über den Kauf von eben diesen erweitern. Einer der größten Gold ETCs ist das sogenannte Xetra Gold (ISIN DE000A0S9GB0).

Dieses ETC wird, wie es der Name schon vermuten lässt, an der Xetra Börse gehandelt. Es ist zu 95 % mit physischem Gold abgesichert und eine Ausgabe verbrieften Goldes in realem Gold ist möglich. Wegen der hohen Absicherung durch physisches Gold sind Veräußerungsgewinne gemäß einem Urteil des Bundesfinanzhofs (Az. VIII R 4/15 & VIII R 35/14) nach einer Haltefrist von einem Jahr steuerfrei, so wie bei physischem Gold auch. Die Investition in Gold über Xetra Gold (DE000A0S9GB0) hat für dich als Anleger einige Vorteile. Zum einen gibt es keinen Ausgabeaufschlag und die Kosten belaufen sich jährlich auf 0,025 % deines Anlagebetrags.

Mit dem Kauf eines Xetra Gold ETCs erwirbst du die Schuldverschreibung auf den Wert von einem Gramm Gold. Diese Schuldverschreibung erhältst du von dem Emittenten, der Deutsche Börse Commodities GmbH, womit das Bonitätsrisiko ebenfalls bei ihr liegt. Zudem erhältst du damit einhergehend das Recht auf die Auslieferung dieses Goldes. Diese Auslieferung geht mit einigen Kosten einher. Die ungefähren Kosten kannst du der nachfolgenden Tabelle entnehmen (Stand April 2020).

Barrenmenge Lieferpreis
1 x 1 kg 275 €
10 x 1 kg 875
100 x 1 kg 5.975 €
8 x 12,5 kg 2.975 €
40 x 12,5 kg 5.750 €
80 x 12,5 kg 9.250 €

Minengesellschaften

Um an der Entwicklung des Goldpreises teilzunehmen, kannst du auch in Einzelaktien oder ETFs investieren. Natürlich keine Gold ETF, aber ETFs, die die Entwicklung von Unternehmen abbilden, die mit der Goldförderung und -produktion ihr Geld verdienen. Denkt man darüber nach, macht das auch Sinn. Wenn der Goldpreis steigt, könnten die Goldminen ebenfalls höhere Margen erzielen, weil ihre Abnehmer bereit sind, mehr Geld für die Ware zu zahlen.

Dem entsprechend ist es eine Strategie, die Aktien von unterschiedlichen Minengesellschaften zu erwerben. Dabei gibt es allerdings das Risiko, dass diese Minengesellschaft pleite geht und das investierte Geld verloren ist. Deutlich geringer ist das Verlustrisiko durch den Kauf eines ETFs, der die Entwicklung der Minengesellschaften abbildet. So gibt es beispielsweise den NYSE Arca Gold BUGS Index, der Unternehmen aus dem Goldabbau zusammensetzt, wie die Kanadische Goldcorp Inc. oder die Südafrikanische Harmony Gold Mining Company Ltd.. Ein ETF, der diesen Index nachbildet, ermöglicht eine indirekte Teilnahme an der Entwicklung des Goldpreises.

Fazit Gold ETF

Wenngleich es möglich ist, in einen Gold ETF zu investieren, kann es durch die Ordergebühren, die je nach Handelsplattform fällig werden, zu hohen Kosten kommen. Bei großen Anlagesummen fallen diese zwar nicht so ins Gewicht, können bei kleinen Anlagesummen aber durchaus problematisch sein. Dennoch ist der ZKB Gold ETF eine Empfehlung wert, da dein Vermögen nicht nur im Sondervermögen liegt, also vor einer Insolvenz geschützt ist, sondern darüber hinaus auch noch mit Gold gesichert ist.

Neben den Gold ETF gibt es allerdings eine Vielzahl von anderen Möglichkeiten, um dein Portfolio mit dem Edelmetall auszustaffieren. Gerade wegen der negativen Korrelation zu gewöhnlichen Unternehmensanteilen ist eine Goldbeimischung von 10 – 15 % empfehlenswert. Hierbei ist anzumerken, dass du dich bei einer Investition in Gold ebenfalls auf Verkaufs- und Kaufprozesse einstellen solltest.

Aufgrund der großen Schwankungen des Kaufpreises ist langes „liegen lassen“ und nicht weiter verfolgen von Gold nach dem Kauf nicht ratsam. Ich empfehle dir eine Mischung von Xetra Gold, ZKB Gold ETF und physischem Gold in einem Zollfreilager. Zum physischen Kauf und der  Lagerung kann ich dir den folgenden Artikel empfehlen, der auf die einzelnen Schwierigkeiten der Goldlagerung eingeht: Goldpreisentwicklung – wie sicher ist die Investition in Gold.

Vorheriger Beitrag
Was sind ETF Fonds – eine Blackbox, die es in sich hat
Nächster Beitrag
Bald kann es zu spät sein! Investieren in Bitcoins

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Bitte füllen Sie dieses Feld aus.
Bitte füllen Sie dieses Feld aus.
Bitte gib eine gültige E-Mail-Adresse ein.

Menü